Bequem auf Tour
Die Moto Guzzi Stelvio PFF will den Fahrer mit auf die grosse Tour nehmen und ab und zu auf die Hausstrecke gehen. Wie gut gelingt ihr dies?
Die Modellbezeichnung Stelvio tauchte schon 2008 einmal auf. Auch dazumal als Tourer positioniert wurde sie bis in das Jahr 2016 produziert. Dann verschwand der Name für sieben Jahre und kam jetzt wieder zum Vorschein mit neuester Technik. Nun steht sie in Gelb, gross und mächtig vor uns und bereit für unseren Test.
Aufsteigen
Erst mal einen Rundgang um die Stelvio absolvieren. Markentypische findet man überall den Adler mit ausgebreiteten Flügeln. Vorne beginnt es schon im Scheinwerfer. Am Tag leuchtet der Adler als Tagfahrlicht. Im Display zeigt er sich auch und unter seinen Flügeln leuchtet ein orangenes Feld für den toten Winkel. Dazu später noch mehr. Natürlich darf man auch nicht die zwei Töpfe, die im V aus der Karosserie ragen, vergessen zu erwähnen. Auch die Heckansicht mit den zwei roten Rückleuchten sehen cool aus. Nun aber auf die bequeme Bank aufsitzen. Das Aufsteigen geht noch easy, aber das aufstellen vom Ständer her braucht Übung und Kraft, wenn man etwas kleiner ist. Auch zum rangieren geht die Stelvio schwer und zierliche Personen müssen aufpassen um sie nicht über den Haufen zu werfen und im dümmsten Fall sogar noch darunter zu liegen. Ist man startklar sieht man auf ein aufgeräumtes digitales Display, das mittig die Geschwindigkeit und mit einem Ring darum die Drehzahl anzeigt.
Starten und los
Ganz klassisch mit dem Schlüssel wirft man den Twin an. Ah immer wieder ein Genuss dieser Sound eines V2! Da kommt man im Stehen schon ins träumen. Dies wird auch beim Gaslupfen unterwegs unterstreicht mit seinem blubbern. Auf den ersten Metern spürt man schon die komfortablen Federn und vor allem das gute Sitzpolster, dass hier viele Kilometer abgespult werden können. Im zweiten Gang durch eine 30er Zone wird dann aber schon anstrengend, da die Stelvio immer wieder ins ruckeln kommt, denn der Fahrer findet nur schwer eine Position im Drehgriff die Ruhe reinbringt. Nun aber auf Kurven zu. Die erste zeigt schon mal den hohen Schwerpunkt und das Gewicht der Guzzi, denn sie will mit etwas Nachdruck nach unten gestellt werden. Dasselbe auch wenn es in die andere Richtung geht. Hat man aber den Dreh raus und weiss, dass man etwas früher anfangen muss mit umlegen, dann macht die Moto in Kurven Spass und nach oben heraus in der Drehzahlorgie gibt es neben der sehr guten Beschleunigung auch noch was für die Ohren. Auf der Autobahn hilft der Abstandsregeltempomat die rechte Hand eine Pause zu gönnen und auch den Abstand sauber zum Vordermann ein zu halten. Zusätzlich überprüft die Italienerin den toten Winkel und zeigt dies in den Spiegel sowie im Display unter den Flügeln des Adler. Schick gelöst, denn so ist es auch immer im Blickfeld. Leider fehlt der Stelvio für die grosse Reise aber eine Griffheizung und Sitzheizung. Dafür kann sie mit Fahrprogrammen auftrumpfen. Neben Tour, Rain, Sport und Individuell gibt es auch noch eines für Offroad.
Preise
Die Moto Guzzi Stelvio gibt es ab Fr. 17’495.-. Als Duecento Tributo Ausführung kostet sie dann Fr. 19’295.-.
Positiv (+)
Guter Komfort mit Sitz und Federn
Abstandsregeltempomat
Gute Kraftentfalltung
Negativ (-)
Keine Griffheizung
Bei Langsamfahrten unruhig
Geschrieben am 09.06.2026 von Patrick Schärli
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