Ninja mit Annehmlichkeiten
Die Kawasaki Ninja 1100 SX will Sportlichkeit und Touring verbinden. Wie gut ihr das gelingt zeigt unser Test.
Jeder kennt die Ninja von Kawasaki. Wieso eigentlich? 1984 erschien die GP2900R und der Amerikaner Mike Vaughan gab ihr den Namen Ninja. Der eigentliche Erfolg war, dass die Ninja eine der stärkste, mit 115 PS, war und bis 240 km/h rennen konnte. Damit war die Erfolgsgeschichte für die Japaner gelegt und heute erkennt man sie immer am grünen Anstrich. Es kamen mehrere Ableger hinzu und die Spitze bildet heute die H2. Die Japaner können aber auch gemütlicher und bringen uns die 1100 SX in den Test.
Na dann ab auf die Piste
Mit 136 PS und 113 Nm steht die Ninja sehr gut im Futter, wenn man es aus dem Papier liest. Leider ist unsere Tourer nicht mit einem grünen Anstrich versehen. Nur mit ein paar grünen Akzenten, dafür aber mit zwei Koffern für die lange Reise. Nun als erstes nehmen wir sie mal ab und steigen auf die Kawasaki. Mit einer angenehmen Sitzhöhe von 835 mm steht man sicher auf dem Boden und es hilft auch beim Rangieren. Der Lenker ist nicht so tief montiert, dass man gebückt durch die Strassen fahren muss. In Kurven fährt die Japanerin sehr gut. Sie gibt einem schnell Sicherheit und man freut sich immer wieder auf die nächste Kurve. Klar um den letzten Schliff aus der Kurvengaudi zu holen ist der Lenker zu hoch montiert. Aber dies fällt auch nur jenen auf, die auch mal auf abgesperrten Rennstrecken unterwegs sind. Für den Normalverbraucher ist die Ninja sehr zugänglich und lässt jede Kurve in einem Lächeln enden. Die maximale Kraft des 4-Zylinder entfaltet sich erst nach oben hin. Klar kommt genug über die Kette auf die Strasse unten herum, aber in den oberen Drehzahlen macht es einfach mehr Spass. Weniger Spass bereitet eher Fahrten durch 30er Zonen, denn hier fängt die Japanerin an zu ruckeln, da man es nicht recht ruhig händeln kann. Man korrigiert immer und bringt so etwas Unruhe in den Vorwärtsdrang. Besser klappt es auf der Autobahn. Hier kann man den Tempomaten aktivieren und so die rechte Hand entspannen. Er arbeitet grob und dies sieht man an der Geschwindigkeit, die schon mal bis zu drei km/h variiert zum eingestellten Wert. Mehrwert gibt die Griffheizung, die bei kälteren Temperaturen einen guten Dienst leisten. Mit den Koffer bringt man auch für die Reise vieles unter und der Sozius hinten sitzt gut, bequem und sieht über den Fahrer hinweg. Viele Assistenten besitzt die Kawasaki nicht. Logischerweise ist ABS mit an Bord, wie auch einen Blibber, der das Schalten auch ohne Kupplung erlaubt und vier Programme die das ansprechen des Motors beeinflusst. Nun aber zurück nach Hause und wieder auftanken. Mit einem Testverbrauch von 6.0 Liter auf 100 km befindet sie sich im Mittelfeld mit den Konkurrenten.
Preise
Unsere Ninja kommt auf einen Einstandspreis von Fr. 17’700.-. Wer auf eine Kawasaki Ninja schielt, bekommt sie als 500er ab Fr. 7’000.-.
Positiv (+)
Gute Mischung Sport und Touring
Griffheizung
Gute Sitzhöhe
Negativ (-)
Tempomat regelt grob
Bei Langsamfahrten unruhig
Geschrieben am 27.05.2026 von Patrick Schärli
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