Glide the way

Die Harley Davidson Street Glide will schon optisch mehr gleiten als Kurvenräubern. Wie lässt sie sich im Alltag händeln?

Wenn wir in der Geschichte zurück gehen gibt es die Street Glide schon lange. Als direkter Vorgänger steht die Electra Glide in den Geschichtsbüchern. Sie erblickte 1965 das Licht der Welt. 1984 kam von ihr eine abgespeckte Version als Custom-Touring mit der legendären Batwing-Verkleidung. Die wurde dann Street Glide genannt. Als eigenständigen Namen kam sie dann 2006 in das Portfolio von Harley Davidson.

Milwaukee-Eight 117

Mächtig sieht der V2 aus, wenn man davorsteht. Ganz stolz trägt er die Zahl 117 auf der Brust, die für die Füllmenge der zwei Töpfe steht. 117 inch, was umgerechnet knapp zwei Liter ergibt. Das Triebwerk leistet 109 PS und satte 175 Nm. Was so auf dem Papier nicht nach Langeweile klingt. Ganz ohne Schlüsseldreh startet die Harley und gibt schon mal im Stand sein Statement und macht schon Lust auf mehr. Ganz bequem auf einer Sitzhöhe von 730 mm nehmen wir Platz. Die Street Glide rüttelt uns schon im Stand leicht durch. Dann mal vom Ständer aufstellen. Einfacher geschrieben als getan, denn 374 kg benötigen schon den einen und anderen Muskel des Fahrers. Das ist erst der Anfang, beim rangieren muss man gut aufpassen um nicht noch unter der Harley begraben zu werden. Nun will ja das Bike nicht geschoben, sondern gefahren werden. Dies läuft hervorragend! Sogar wenn man durch eine 30er Zone gondelt, lässt sie sich gut drosseln ohne grosse ruckeln in den Vorwärtsdrang zu bringen. Die Federung spricht gut an ohne den Fahrer wild herum zu schleudern. Ist die Zone vorüber und das Ortsausgangschild hinter uns, zieht die Street Glide nach vorne, dass uns das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht verschwindet. Kurven werden etwas kritischer, zwar kann die Harley recht gut abgelegt werden in Anbetracht ihrer Masse, doch leider stehen schnell mal die Trittbretter an. Dann doch etwas gemütlicher über die Highways cruisen. Hier hilft sie dem Biker mit einem Tempomat die rechte Hand zu entspannen. Sie hält keinen Abstand zum Vordermann oder überwacht den toten Winkel nicht, aber der Tempomat bringt eine grosse Erleichterung auch dank dem Luftschild, das wirkungsvoll den Wind abhält. Es kann nicht in der Höhe verstellt werden, einzig den Luftstrom kann man in beliebigem Winkel einstellen. So eine grosse Maschine braucht auch Treibstoff um sein Biker glücklich zu machen. In unserem Test strömten 6.8 Liter durch die Einspritzdüsen.

Grosses Display

Wenn man auf der Street Glide sitzt sieht man keine klassische Instrument vor sich. Hier thront ein grosses Touchdisplay. Es lässt sich gut ablesen und gut bedienen. Man kann entscheiden ob man mit Tasten oder Fingertouch arbeiten will. Das integrierte Navi zeigt dem Biker den Weg zu seinem Ziel. Dies kann am Bike, zu Hause über die Harley Davidson App oder über sein iPhone erledigt werden. Per CarPlay kann das Smartphone gespiegelt werden. Leider sehen im Moment die Android-Nutzer noch in die Röhre. Seine Lieblingsmusik kann man auch abspielen über die integrierte Boxen. Die Harley empfängt sogar DAB+.

Preise

Die Harley Davidson Street Glide steht ab Fr. 31’500.- in der Preisliste.

Positiv (+)

Bequem für Reisen

Grosses Display

Klasse Sound

Negativ (-)

Keine Android-Anbindung

Schwer zu manövrieren

Geschrieben am 22.07.2026 von Patrick Schärli