Auf zum vierten

Der Polestar 4 Long Range Dual Motor kommt als viertes Modell zu uns in den Test. Leuchtet der Polarstern genug hell für uns?

Wenn man auf die Homepage von Polestar geht, erscheinen dort nur der 2er, der 3er, der 4er und der 5er. Den 1er entdeckt man nicht, doch den gab es auch mal und war dazumal ein Plug-In-Hybrid mit etwa 100 km Reichweite. Nun Polestar richtet sich ganz klar als Elektroautoanbieter aus und somit fällt der 1er logischerweise aus dem Programm. Wir hatten das Vergnügen noch alle der Reihe nach zu testen und sind jetzt bei der 4 angelangt.

620 km Reichweite

Soll der Polestar 4 laut Katalog kommen. Schauen wir uns doch an inwieweit die Realität darankommt. Erst einmal muss er an der Wallbox vollgeladen werden. Mit 22 kW Wechselstrom lädt das Coupé in guten 5.5 Stunden den 100 kWh grossen Akku voll. Bei Gleichstrom kann der 4er bis 200 kW ziehen und schafft das ganze Spiel in 30 Minuten. Nun da wir zu Hause am Wechselstrom hängen, haben wir ein wenig Zeit um den Polestar an zu schauen. Von aussen fällt als erstes das fehlende Heckfenster auf. Ein Pluspunkt um in der Masse nicht unter zu gehen und ein Alleinstellungsmerkmal zu besitzen. Diesmal fangen wir mal hinten an. Im Kofferaumabteil finden gute 526 Liter platz und mit einer Anhängerkupplung lassen sich sogar bis zwei Tonnen ziehen. Dies ist auch selten bei Elektroautos. Wie fühlt sich das Heckabteil an ohne Scheibe. Erstaunlich gut, denn man hat rundum genug Platz. Dann gehen wir doch gleich nach vorne. Hier wird man enttäuscht, da wir vergeblich nach Knöpfe suchen. Alles wird per Touch bedient, sogar auf dem Lenkrad. Einzig die Lautstärkeregelung hat noch ein mechanisches Rad. Während der Fahrt wird man schon abgelenkt, wenn man nach der richtigen Fläche sucht um sie zu bedienen. Aber zum Glück sind die Flächen gross und im Infotainment steckt Google dahinter. Dies kann man wunderbar auch per Sprache steuern.

Vollgeladen

Im Display steht 450 km. Somit sind schon mal 170 km flöten, aber die gute Nachricht: Im Test erreichte der 4er 410 km, also grob was die Anzeige verspricht. So konzentrieren wir uns auf die Ausfahrt. Der Polestar fährt sehr gelassen über Bodenverwerfungen so wie es sich für ein Reisecoupé gehört. Dann gehen wir doch mal als erstes auf die Autobahn. Tempomat aktivieren und das Coupé folgt dem Vordermann zuverlässig. Für kurze Zeit kann man auch das Lenkrad loslassen und er fährt den Markierungen nach. Er hält sich immer genau in der Mitte und durch seine Breite, da er nicht zu den Schmalen zählt, hat man das Gefühl, dass man beim Lastwagenüberholen doch nah an ihn kommt. Man braucht etwas Kraft um dagegen zu lenken und dann lässt der Polestar für ein paar Sekunden den Fahrer wieder das Lenkrad. Zum Schluss aber noch auf ein Bergsträsschen. Hier am besten den Spurhalter ausschalten, sonst greift der 4er immer wieder ein. Zum Glück kann man dies recht schnell über den Touchscreen regeln, wie auch den Tempowarner stilllegen. Also los, den Stempel nach unten drücken und er zieht ab wie von Bienen gestochen gegen den Horizont. Unglaublich diese Beschleunigung! Der Polestar kann natürlich auch Kurven hervorragend unter die Räder nehmen. Einzig seine Breite macht hier einen Strich durch die Rechnung.

Preise

Ab Fr. 49’900.- ist der Polestar 4 erhältlich. Sehr gut ausgestattet wie im Test bekommt das Preisschild einen Aufdruck von rund Fr. 80’000.-.

Positiv (+)

Ausgewogenes Fahrwerk

Anhängelast bis 2 Tonnen

Sehr gute Beschleunigung

Negativ (-)

Fast keine Tasten

Spurhalter störend in Kurvenfahrten

Geschrieben am 30.04.2026 von Patrick Schärli