Einstieg in die Alfa-Welt
Der Alfa Romeo Junior Elettrica Veloce ist der elektrische Einstieg bei den Italiener. Kann er unser Herz und vor allem den Verstand abholen?
Ach war das ein Ding im April 2024. Alfa Romeo rief die Journalisten nach Mailand um ihr neues Einstiegs-SUV zu zeigen. Als die Hüllen fielen staunten alle an der Schönheit des Italieners. Ganz patriotisch soll der Neue den Namen «Milano» tragen. Kurz darauf kam der italienische Staat und will den Namen verbieten, da im Gesetzt steht, dass der Name von italienischen Städten nur erlaubt sei, wenn auch in Italien produziert wird. Der Junior wird in Polen produziert im Stellantis-Konzern. In Italien würde der Junior dann durch die Lohkosten etc. etwa Fr. 10’000.- mehr kosten. Im Sinne gegenseitigen Einvernehmen änderte Stellantis den Namen von Milano auf Junior.
Aufladen und los
Den Junior gibt es als Hybrid und wie in unserem Test als Elektromodell. Die 54 kWh-Batterie ist an der Wallbox in fünf Stunden voll. Am Schnelllader kann der Alfa 100 kW ziehen, womit er in 45 Minuten wieder voll ist. Das sind keine Rekordwerte. Das Display gibt uns eine Reichweite von 350 km an. Dann gehen wir doch mit dem Italiener auf Reise. Die 280 PS und 345 Nm zerren den Junior sehr ordentlich nach vorne. Über Kurven macht der SUV noch mehr Spass. Er gibt dir ein sehr gutes Gefühl über die Handlung der Strasse auch dank Vierrad zieht er seine Linien ohne grosses Wanken. Dies wird auch mit einem straffen Setting erkauft, was man gut merkt, wenn man durch die City schlendert. Hier merkt man den einen und anderen Stoss von Unebenheiten. Auf der Autobahn wird der Komfort etwas besser und man kann sich zurücklehnen und sich von den Assistenten helfen lassen. Der Alfa bleibt in der Spur und folgt dem Vorderman auf Schritt und Tritt. Wir müssen früher zurück als geplant. Wir würden ja noch weiterfahren, aber die Reichweitenanzeige zwingt uns wieder an die Ladestation. Unter dem Strich blieb uns im Test ein Aktionsradius von 300 km.
Pause im Innenraum
Die Sitze im Innenraum sehen sehr sportlich aus. Man braucht schon etwas Überschwung um über die Seitenwangen zu kommen. Der Rücken wird dann aber nur in der Mitte unterstützt, jedoch wird es auf längeren Reisen etwas unangenehm. Aber wie sagt man so schön: Schönheit muss leiden. Zum Glück kann man den Junior auch mit komfortablen Sitzen haben. Das Sportlenkrad fühlt sich hervorragend an und ist griffig. Auch die Materialien rund um das Infotainment fühlt sich für die Preisklasse gut an. Weniger gut ist das Hartplastik Richtung Frontscheibe. Das Infotainment ist top modern, lässt sich gut bedienen und kann sogar kabellos das Smartphone spiegeln. Leider sitzt das Display etwas tief. Vorne sitzt man von den Platzverhältnisse für die Klasse gut. Hinten sitzt man beengter und zu dritt nur im Notfall. Der Kofferraum bietet durchschnittliche 400 Liter. Braucht man 15 Liter mehr, dann sollte man zum Hybrid greifen.
Preise
Den Junior als Elettrica bekommt man ab Fr. 36’990.-. Voll ausgestattet wie im Test kratzt der Preis an der Fr. 50’000.- Grenze. Als Hybrid bekommt man den Alfa Romeo ab Fr. 27’990.-.
Positiv (+)
Sportliche Gangart
Modernes Infotainment
Gute Platzverhältnisse vorne
Negativ (-)
Für lange Reisen straff
Sportsitze stützen Rücken nicht richtig
Gerschrieben am 08.07.2026 von Patrick Schärli
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