Tuono
Die Aprilia Tuono 660 Factory bekam ein Update. Wir testen die mittlere Motorreihe und sehen ob wir Spass damit haben.
Die Geschichte der Aprilia Tuono ist noch recht jung. Der Name erschien zum ersten Mal im Jahr 2002. Das Spitzenmodell war stets die 1100er und ist als radikales Superbike und Nakedbike positioniert. Der 660er kam erst 2021 ins Spiel und soll neben dem kleineren Preis auch Biker abholen die nicht unbedingt die volle Leistung wollen, aber das gleiche Design. Apropos Design, dies bekam letztes Jahr eine Überarbeitung und steht der Italienerin sehr gut. Eher gewöhnungsbedürftig ist die grosse Frontbekleidung, da ja bei Nakedbikes ja eigentlich sowenig wie möglich angebaut wird.
Ab durch die Hecke
Nein, natürlich wollen wir auf der Strasse bleiben und den Radius so exakt wie möglich abfahren. Der Zwei-Zylinder startet meist gut. Zwischendurch braucht er aber etwas einen längeren Stoss zum andrehen. Einfach auf dem Starter drauf bleiben bis er sportlich röhrt. Aber immer im gesunden Mass ohne die Umwelt zu fest zu belasten. Ganz einfach lässt sich die Aprilia mit der Kupplung kommen und fährt recht schnell gegen das Drehzahlende. Dort kann man die Kupplung wieder zur Hilfe nehmen oder man schaltet per Quickshifter hoch. Per Blipper geht es auch wieder runter. Hier braucht es aber etwas Nachdruck und keinen Zug auf den Motor. Wenn der richtige Gang drin ist zieht die Tuono den Radius sehr gut und lässt sich weit nach unten drücken. Auch ein Wechsel von der Einen auf die Andere Seite lässt sich ganz leicht mit der Aprilia vollziehen. Die Passstrasse macht mit ihr sehr viel Spass und sie ist auch für Anfänger zugänglich. Natürlich hat der Spass auch seine Schattenseiten, denn langsam und ruhig durch eine 30er Zone zu fahren ist schwierig. Nicht in Bezug auf den Schall, sondern auf die Fahrt. Es gibt keine schöne Position von Leerlauf und leichten Vorwärtsdrang. Es gibt immer ein hick hack. Auch die harte Federung spürt man bei längeren Fahrten durch die Stadt. Klar, dass die Autobahn auch nur eine Mussverbindung zwischen Passstrassen ist. Obwohl die Tuono mit einem Tempomaten auftrumpft. Am Ende einer schönen Töfftour muss die Aprilia natürlich auch wieder aufgetankt werden. In unserem Test erzielte die Italienerin einen guten Verbrauch von 4.5 Liter auf 100 km. Mit dem 15 Liter Tank muss man nach 330 km eine Tankstelle aufsuchen.
Bedienung modern
Das fünf Zoll grosse TFT-Display zeigt die Information klar und in Farbe dar. Es lässt sich sogar bei Sonnenscheineinstrallung ablesen. Es besitzt keine Touchoberfläche und muss somit über das Steuerkreuz bedient werden. Durch die Menüs durchklicken ist noch logisch, doch mit dem Zurück wird es schwieriger. Im Display zeigt es ein Quader für zurück. Nur auf dem Kreuz gibt es keinen Quader. Auflösung: Es ist der Pfeil nach links. Auch mit dem Aufrufen des Tempomaten muss die Bedienungsanleitung gelesen werden. Aufgerufen wird es mit einem langem Druck nach links und nochmals nach links um ihn zu setzen. Mehr oder weniger Geschwindigkeit geht dann mit rauf und runter. Hat man die Logik dann mal raus kommt man mit der Bedienung der Aprilia klar und dies auch bei Nacht, denn die Tasten sind beleuchtet.
Preise
Die Tuono gibt es als 125er ab Fr. 5’095.-. Mit dem 457er Motor kostet sie Fr. 6’195.-. Wie bei uns im Test kommt sie auf Fr. 12’395.-. Das Spitzenmodell V4 kostet dann mindestens Fr.18’595.-.
Positiv (+)
Sehr zugänglich
Sportlicher Auspuffton
Guter Verbrauch
Negativ (-)
Komplizierte Bedienung TFT-Display
Hart gefedert
Geschrieben am 28.10.2026 von Patrick Schärli
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