Flaggschiff

Der VW ID7 ist die Spitze im ID-Programm der Deutschen. Wird er seiner Rolle als Flaggschiff gerecht?

Volkswagen läutete die Elektrofamilie mit dem Zusatz ID ein. Anstelle den Zunamen mit einem bekannten Modellbezeichnung zu verbinden, nahmen die Deutschen Zahlen. So entstanden der ID3, ID4, ID5 und zu guter Letzt der ID7. Das Modell hat die Grösse eines Passats und kommt auch als Limousine und Kombi.

Auf geht’s

Der Eintritt in den Innenraum kommt man logischerweise am Türgriff vorbei. Nur hier ist keiner, man greift von unten in eine Mulde und betätigt einen breiten Knopf zum Öffnen. Etwas ungewohnt aber man gewöhnt sich doch recht schnell daran. Man entert einen bequemen und für lange Reisen ausgelegten Sitz. Man blickt auf sehr wenig vor sich. Der Tacho hält sich klein und auf die wesentlichen Informationen beschränkt. Ergänzt wird es mit einem Head-up-Display, das sogar dreidimensionale Pfeile einblendet. Die besser helfen den richtigen Abzweiger zu treffen, da die Pfeile im richtigen Moment auf den Fahrer zu schweben. Weniger erfreulich sind die Touchflächen auf dem Lenkrad, die immer wieder während der Fahrt aus versehen bedient werden. Die Bedienung mit dem Infotainment klappt viel besser. Dank grossen Touchfelder trifft man sie auch während der Fahrt gut. Ganz Gross kommt auch das Smartphone raus, es wird sogar kabellos per CarPlay und AndroidAuto gespiegelt und nutzt die ganze Fläche. Weniger erfreulich: Die Klimabedienung muss auch über die Berührungsfläche abgehandelt werden. Hier muss auch die Blasrichtung der Lüftung verstellt werden. Es gibt keinen Hebel oder sonstiges um es direkt zu verstellen. Auf der Touchfläche muss man dann den Luftstrom per Wisch verstellen. Etwas umständlich, aber durch die automatische Steuerung merkt man eigentlich nie einen Zug. Vorne wie hinten sitz man sehr feudal mit viel Platz und ganz hinten bleibt noch Platz für grosszügige 532 Liter (605 Liter Kombi).

Auf die Piste

Zu Hause ist der Akku in acht bis neun Stunden geladen. Unterwegs nuggelt der ID7 bis zu 200 kW vom Schnelllader und schafft eine Ladung so in ca. einer halben Stunde. Auf der Strasse treten wir mal das Pedal durch und der VW schiebt nach vorne ohne zu scharren und zaubert ein Lächeln ins Gesicht anhand der Beschleunigung. Klar ein Tesla, Porsche, Polestar und co. geht das Grinsen noch mehr Richtung Ohren. Doch für uns reicht die Leistung vollkommen um auch Kilometer zu machen. Erst aber mal über Kurven huschen. Immer wieder erstaunlich wie die Deutschen es schaffen ihre Autos ab zu stimmen. Auch der ID7 kreiselt die Biegungen souverän ab und zeigt sich auch auf Geraden nicht zu hart und nervös in der Lenkung. Auf der Autobahn ist dies ja erwünscht. Hier begleitet der VW den Fahrer mit Assistenten, die den Abstand halten, Spur halten und den toten Winkel überwachen. Er liest auch die Temposchilder und speist sie in den Tempomaten, leider nicht immer richtig, dass wir immer wieder eingreifen müssen. Auf Strassen nutzt der ID7 die Assistenten auch um optimal zu rekuperieren. So muss man eigentlich fast nie Bremsen, denn der Deutsche reduziert selbst die Geschwindigkeiten vor Kurven, Kreuzungen oder bremsenden Autos ohne den Abstandsregeltempomaten aktiv zu haben.

Preise

Den ID7 gibt es ab Fr. 60’700.- als Pro. In der höchsten Ausstattung GTX sollten dann Fr. 76’900.- auf dem Konto sein. Für den Tourer muss dann noch Fr. 800.- oben rauf berechnet werden.

Positiv (+)

Sehr gute Platzverhältnisse

Ausgewogenes Fahrverhalten

Anhängerkupplung erhältlich

Negativ (-)

Klimasteuerung auf Touchscreen

Touchflächen auf Lenkrad

Geschrieben am 18.02.2026 von Patrick Schärli