Französische Staatslimousine

Der DS N°8 Pallas Long Range steht beim französischen Staatspräsident im Fuhrpark. Wie stellt er sich bei uns an?

Im Stellantis-Konzern soll DS die Luxus-Marke darstellen. Die Verkaufszahlen hinken hier dem Wunsch der Chefetage hinterher. Hat aber auch für den Kunden den Vorteil, dass er ein Luxusauto fährt was nicht viele andere fahren. Der DS N°8 gehört voll in diese Sparte. Wer kennt dies nicht, man kauft sich ein neues Auto, fährt durch die Strasse und plötzlich sieht man sein Modell an jeder Ecke. Bei uns ist es auch immer so, man sieht das Modell, das bei uns im Test befindet, auch fast überall. Doch beim N°8 sind wir keinem einzigen auf der Strasse begegnet. Also wer einzigartig sein will, hat sehr gute Chancen, doch DS stellt schon Modelle in den französischen Staatsfuhrpark um sich mehr auf den Strassen zu zeigen und Werbung zu machen.

Einsteigen bitte

Luxus findet man hier schon mal an. Es sind schöne Materialen verbaut, inklusive Leder. Wenn man weit nach unten geht findet man dann schon Kunststoff, aber alles nicht im Blickfeld des Fahrers. Apropos Blick, der fällt sofort auf das Lenkrad mit seinen im X gehaltenen Speichen. Den Sinn dahinter verstehen wir nicht, aber wahrscheinlich wollen die Franzosen einfach anders sein. Ansonsten gibt es keine grossen Rätsel in der Bedienung. Der Tacho lässt sich in der Darstellung verändern und das Head-up-Display zeigt eine grosse Fläche an, inklusive Kartendarstellung. Sie verbauen auch kein grosses Tablet als Infotainment-Bedienung. DS verbaut ein breites und schmales Touchdisplay, was wieder mal gut tut, denn es wirkt nicht so verbaut. Ganz gemütlich bläst auch ein feiner warmer Luftstoss um den Nacken. Weniger gemütlich ist es hinten, wenn man bedenkt, dass es eine Chauffeurs Limousine sein soll. Durch die Coupéform hat man hinten nicht viel Platz um den Kopf. Mit den Beinen kann man sich hingegen rekeln und auch im Kofferraum kann man überdurchschnittliche 620 Liter reinpacken.

Long Range

Logischerweise geht es mit einem 97.2 kWh grossen Akku länger bis er voll ist und diese Grösse kommt im Autosegment nicht oft vor. Nach zehn Stunden sind wir dann an der Wallbox soweit um los zu fahren. Am Schnelllader zieht er bis 160 kW und ist somit wieder in 40 Minuten bereit für die Weiterfahrt. Im Display verspricht uns der Franzose stolze 670 km Reichweite. Also ab auf die Piste! Erst einmal durch die City, hier fährt der DS ganz gelassen über Bodenwelle und bettet seine Passagiere fast wie auf Wolken. Durch seine Grösse ist er schon etwas sperrig für Kurvenfahrten. Die nimmt er als Pflicht unter die Räder und sind nicht seine Lieblingsdisziplin. Eher schon die Autobahn und hier spielt er seine ganzen Assistenten aus. Die N°8 folgt dem Vorderman auf Schritt und Tritt bis er zu schnell wird und er sich dann wieder auf seine eingestellte Geschwindigkeit konzentriert. Apropos Geschwindigkeit, die Tafeln kann er ablesen, nur leider nicht immer Fehlerfrei. Nun aber zurück, sind ja auch schon lange unterwegs und schauen auf den Radius den wir gefahren sind. Unter dem Strich sind wir 435 km weit gekommen. Ein guter Wert.

Preise

Ab Fr. 49’990.-, 280 PS und 73.7 kWh Akku steigt man in den DS N°8 ein. Wie bei uns im Test kommt dann der Preis auf über Fr. 62’000.-. Doch man bleibt auch mit Optionen noch unter der magischen Grenze von sechsstellig.

Positiv (+)

Gutes Fahrwerk

Reichweite von über 400 km

Gut Verarbeitet

Negativ (-)

Kopffreiheit hinten eher eng

X-Förmige Lenkrad

Geschrieben am 02.04.2026 von Patrick Schärli