Günstiger Einstieg

Der Citroën C3 Aircross versucht mit einem günstigen Preis Kunden zu gewinnen. Wie gut gelingt ihm dies zeigt unser Test.

In Neuseeland gab es eine Vogelart «Stephenschlüpfer» die ausgestorben ist. Da er keine natürliche Feinde hatte, lernte er nie zu fliegen. Als die Engländer die Insel entdeckten und ihre Hauskatzen mitbrachten, überlebte der Vogel die Tatzen nicht. Diese tragische Geschichte zeigt, dass man sich nicht auf seinem sicheren Gefühl ausruhen soll. Jeder kennt die Marke Dacia mit ihrem Modell Duster. Genau der günstige SUV, der eigentlich keine Feinde kennt. Nun hat der Stellantis-Konzern dies entdeckt und schickt hier die Marke Citroën ins Rennen. Als direkter Konkurrenz kommt der C3 Aircross ins Rennen. Schauen wir gut er sticheln kann.

Plattform

Dank der Plattform, die der Franzose mit Opel Frontera und Fiat Grande Panda teilt, kann der C3 den Preis nach unten drücken. Die Seitenansicht zeigt schon seine Verwandtschaft, aber durch clevere Anbauteile vorne und hinten erkennt man es nicht sofort. Somit steigen wir in den Franzosen ein und nehmen auf kuscheligen Sitzen Platz. Fast wie zu Hause auf dem Sofa. Hier blieb Citroën sich selbst treu. Das eckige Lenkrad ist dann schon eher gewöhnungsbedürftig, mehr Freude bringen die Tasten darauf, die man blind bedienen kann. Im Blick nach vorne zeigt ein digitales Display die nötigen Infos ohne grossartigen Verstellmöglichkeiten. Das Infotainment nimmt es mit den Smartphones auf und kann das Navi sogar kabellos per CarPlay und AndroidAuto anzeigen. Somit kann man sich die Option mit dem Navi sparen. Die Klimasteuerung klappt sehr gut mit Tasten, die man blind findet. Den Knöpfen merkt man dann aber den Sparzwang an und dies geht auch auf die Armaturenbrett über. Es wurde überall Hartplastik verbaut, aber es wurde gut verarbeitet, denn man findet keine Grate. Citroën kaschiert die Öde mit etwas Stoff und mit Etiketten verteilt im C3, die ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Zu viert reist man angenehm und wenn mal mehr mit muss, ist durch umlegen der Rücksitze einen ebenen Raum mit einer Fülle von 1600 Liter vorhanden.

Auf Reise

Der 1.2-Benziner paaren die Franzosen mit einem Elektromotor. Der leistet erstaunliche 21 kW. Normalerweise stecken in Hybrid-Systemen nicht so grosse Motoren. Dementsprechend kann der Citroën öfters mal auf Strassen stromern und durch starke Rekuperation wieder Strom gewinnen. Dies ist etwas gewöhnungsbedürftig, denn jedes Mal, wenn man den rechten Fuss lupft, verzögert der C3 recht stark. Nun aber auf die Piste. In der Stadt macht er einen guten Job und federt die meisten Verwerfungen gut weg. Kurven beherrscht der SUV nicht, er schiebt schnell über die Vorderachse. Das ESP fängt dies aber frühzeitig sicher wieder ein. Auf der Autobahn hilft der Aircross mit einem Minimum an Assistenten dem Fahrer. Den Tempomaten kann man nur gebrauchen, wenn man niemand vor sich hat. Denn er besitzt keinen Radar für die Abtastung nach vorne. Nun aber zurück an die Tankstelle. Ist der C3 denn auch Sparsam? Jein, ein Toyota Prius schafft bessere Werte, aber wie bei uns im Test mit 5.6 Liter auf 100 km, ist auch ein guter Wert.

Preise

Mit Fr. 18’990.- ist man schon mit einem C3 Aircross dabei, mit einem 1,2-Benziner ohne Elektromotor. Als Hybrid kommt man auf einen Einstandspreis von Fr. 22’490.-. Somit noch Fr. 2’500.- günstiger als der Dacia Duster. Also Auftrag erfüllt.

Positiv (+)

Bequeme Sitze

Variabel mit bis zu 1600 Liter Raum

Günstiger Einstiegspreis

Negativ (-)

Viel Hartplastik

Starke Rekuperation gewöhnungsbedürftig

Geschrieben am 18.03.2026 von Patrick Schärli