Leon der Profi?

Der Seat Leon Sportstourer eHyrbid FR kommt als fast vergessene Marke zu uns in den Test. Kann er sich in unser Herz schleichen?

Wer erinnert sich noch an den Film Leon der Profi von 1994? Ja genau der Killerprofi von Jean Reno gespielt, der sein Herz öffnet um auf Matilda auf zu passen und vor den Killern ihrer Familie zu schützen. Ein Klassiker, der aber nicht immer präsent ist und doch nicht ganz aus unseren Erinnerungen verschwindet. Mit der Marke Seat geht es ähnlich. Durch die Gründung der Marke Cupra gerät Seat eigentlich schon fast in Vergessenheit. Zu Unrecht! Denn anders als Cupra steht Seat zwar vom Design her für Sportlichkeit, doch haben sie etwas bodenständigere Modelle. Holen wir uns den Leon als Kombi zu uns in den Test.

Einsteigen

Schön wieder einmal das Seat-Logo auf dem Lenkrad zu sehen und dazu noch richtige Tasten und Walzen. Unser Leon besitzt einen 25.8 kWh grossen Akku und während wir ihn aufladen, können wir uns um den Innenraum kümmern. An der heimischen Wallbox bleibt uns dafür knapp drei Stunden. Der Spanier schafft es sogar noch schneller, denn er hat einen Schnellader-Anschluss. Dies besitzen sehr wenige Plug-In-Hybride und mit 50 kW Ladeleistung ist der Seat schon in einer halben Stunde wieder voll. Nun aber wieder zu den Innereien. Man sitzt gut integriert und doch noch bequem ohne sich eingeengt zu fühlen. Dem Tacho muss am Anfang etwas Beachtung geschenkt werden, da er nicht immer auf Anhieb gut ab zu lesen ist. Er kann zwar in sehr vielen Varianten verstellt werden, doch es bleibt immer ein wenig Verspieltheit dahinter. Besser klappt es mit dem Infotainment, da hier grosse Kacheln dargestellt werden und mit seiner grossen Diagonale auch gut das Smartphone per CarPlay oder AndroidAuto spiegelt. Leider muss alles über den Touchscreen erledigt werden, inklusive Klimabedienung. In der zweiten Reihe sitzt man gut und hat Luft mit den Beinen nach vorne. Ganz hinten packt der Spanier 470 Liter ein. Der Akku raubt ihm 150 Liter Raum. Doch kann auch bei ihm der Raum erweitert werden für grössere Transportaufgaben.

Akku voll

Nun ist es soweit und der Leon zeigt uns knapp über 100 km Reichweite an. Dann wollen wir doch mal sehen und gehen auf unsere Runde um den Block. Wie es sich gehört surrt der Leon los und schwimmt mühelos mit dem Verkehr mit und schafft dies sogar auf der Autobahn ohne einen Tropfen Benzin zu gebrauchen. Hier fliest er gelassen durch den Verkehr dank Abstandsregeltempomat und Spurhalter. Der Seat setzt sogar die Temposchilder auf die Steuerung um. Leider erkennt er auch Schilder falsch und der Fahrer muss eingreifen. Doch sonst regelt er zuverlässig. Wieder runter von der Schnellstrasse und ein paar Kurven unter die Gummis nehmen. Hier zeigt sich der Spanier von der sportlichen Seite und macht richtig Spass. Aber vorsichtig, drückt man das Gaspedal gegen das Bodenblech, dann erwacht der Benziner zum Leben und hilft mit. Das Zusammenspiel funktioniert gut und im Test verbrauchte er im hybridischen Modus 6.1 Liter auf 100 km. Nun sind wir aber zurück bei der Wallbox um die Batterie wieder zu laden. Im Test schafft der Seat leider nur 78 km, doch für den täglichen Gebrauch ein sehr guter Wert.

Preise

Den Seat Leon Tourer gibt es ab Fr. 33’000.- mit dem 1.5-Benziner und 115 PS. Sogar mit Dieselmotor ist er ab Fr. 37’600.- erhältlich. Mit Stecker, wie im Test, gibt es ihn ab Fr. 42’900.-.

Positiv (+)

Echte Tasten und Walzen auf Lenkrad

Gute Platzverhältnisse zu Viert

Rein elektrisch Fahren im Alltag

Negativ (-)

Klimabedienung über Touchscreen

Temposchilder nicht immer korrekt gelesen

Geschrieben am 07.01.2026 von Patrick Schärli